Autorenbrunch mit Angelika Lauriel (Laura Albers)

Autorenbrunch mit Angelika Lauriel (Laura Albers)

Januar 19, 2020 0 Von DorokatH

Ich freue mich auch heute wieder über einen Gast zum Autorenbrunch. Die saarländische Autorin Angelika Lauriel (auch Laura Albers) fühlt sich in verschiedenen Genres zu Hause, schreibt Chicklit, Cosy Crime, Krimi, Liebesroman, Fantasy und Kinder- und Jugendbücher und stellt sich heute erfreulicherweise meinen neugierigen Brunch-Fragen.

Schnellfragerunde:

Alaska oder Adria?

Adria

Wodka oder Whisky?

Beides, zuerst Whisky

Chips oder Schokolade?

Chips mit Schokolade

Deutschpop oder Hardrock?

Britpop

Frankreich oder Italien?

Italien und Frankreich

 

  1. Begonnen hast du glaube ich zunächst mit Kinder- und Jugendbüchern und bist dann überwiegend bei Liebesromanen und Krimis für Erwachsene hängengeblieben, richtig? Wie kam es dazu, dass du mittlerweile verstärkt für Erwachsene schreibst?

Der Grund ist profan: Es gibt mehr erwachsene Leserinnen, und außerdem mögen sie meist auch All-Age-Romane sehr. Was ich am Kinder- bzw. Jugendbuch sehr schätze: Hier gibt es viel mehr Möglichkeiten, die Protagonisten große Entwicklungen durchmachen zu lassen. Da Kinder und Jugendliche noch nicht so viel Lebenserfahrung mit sich bringen wie ältere Protagonisten, machen sie viele Erfahrungen zum ersten Mal und stehen ihnen mit unvoreingenommenem, neugierigem Blick gegenüber. Die Intensität alles Erlebten ist bei so jungen Protagonisten viel größer als bei älteren, die die Dinge nicht zum ersten Mal erleben.

Deshalb ist aus »Emilia« eine so ungewöhnliche Protagonistin geworden: Obwohl sie schon 40 ist, erlebt sie die Welt um sich herum wie eine Jugendliche. Sie hat zwar in manchen Bereichen ein umfassendes Wissen – in der Theaterwelt, in der sie lebt und arbeitet beispielsweise – lebt aber im Alltag das Leben eines überbehüteten Kindes. Ihren Weg hieraus zu beschreiben war eine besondere Herausforderung und extrem reizvoll. »Emilia« ist eine Art verspätetes Coming of Age.

Einen weiteren Grund gibt es jedoch, weshalb ich in letzter Zeit weniger Kinder- oder Jugendbücher schreibe: die Sprache. Ich weiß sehr genau, dass ich nicht mehr die gleiche Sprache spreche wie die Kinder und Jugendlichen, und das, obwohl ich durch meinen Beruf als Förderlehrerin für Deutsch als Zweitsprache an weiterführenden Schulen durchaus sehr dicht an der Zielgruppe bin. Außerdem habe ich selbst drei Söhne, von denen der Jüngste erst siebzehn ist. Trotzdem ist mir sowas von klar, dass ich, wenn ich versuche, »wie sie« zu klingen, »voll abkacke« (wetten, dass sie selbst das nicht mehr in diesem Sinne gebrauchen?). Wenn ich also für Kinder oder Jugendliche schreibe, verwende ich eine Art neutrale Sprache, die nicht so gediegen klingt wie die in »Emilia« aber auch nicht gewollt jugendlich daherkommt. Das ist ein guter Mittelweg, und ich werde ganz bestimmt auch wieder für diese Altersgruppe schreiben, wenn mich eine Buchidee befällt. Aber schneller und leichter kommen die Ideen für Erwachsenenromane.

 

  1. Du hast in letzter Zeit auch Projekte im Selfpublishing angepackt. Was hat dich zu diesem Schritt bewegt und wie unterscheidet sich die Arbeit von deinen anderen Veröffentlichungen, die du gemeinsam mit Verlagen gemacht hast?

Die Buchwelt ist in den letzten Jahren immer verrückter geworden. Ich veröffentliche seit 2010, und in diesen wenigen Jahren hat sich so vieles verändert, dass ich manchmal nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Es ist heute schwierig, seine Zielleserschaft zu finden. Bisher war ich nie bei einem großen Verlag, der meine Bücher auch in den stationären Buchhandel gebracht hätte. Wunderbarerweise gibt es so manche Buchhändlerinnen, die mich kennen und meine Art zu schreiben mögen, weshalb sie meine Bücher auch auslegen. Aber die großen Verkaufszahlen fehlen einfach, und bisher habe ich auch über das Internet nicht alle meine ZielleserInnen erreichen können. Andererseits habe ich sehr viel wertvolle Erfahrung gesammelt, die es mir ermöglicht, sogar den Buchsatz für Prints selbst zu erstellen, dass sie am Ende genau so aussehen, wie ich sie haben möchte. (Und meine Ansprüche sind hoch, das darf ich an dieser Stelle mal ganz unbescheiden sagen.)

Natürlich lege ich großen Wert auf professionelles Lektorat und professionelle Cover, was es mit sich bringt, dass ich in diejenigen Projekte, die ich im SP mache, auch einiges an Geld stecke. Ob sich das langfristig wirklich auszahlt, muss sich noch zeigen. Im Moment genieße ich es sehr, selbst festzulegen, was ich schreibe und wie ich es schreibe, von wem ich mir die Projekte lektorieren (das heißt auch streng kritisieren) lasse, aber mit Professionalität und auf Augenhöhe. Für mich ist es diesbezüglich auch essentiell wichtig, dass ich meine selbst gesetzten Deadlines einhalte. Anders geht es nicht, weil ich auch einen Brotberuf ausübe.

 

  1. Du hast eine große Bandbreite von Kinder- und Jugendbuch über Chicklit, klassische Liebesromane bis zum Krimi. Hast du ein Lieblingsgenre und ein besonderes Herzensbuch?

Zu Anfang mochte ich Krimis nicht besonders gerne, aber mittlerweile sind sie mir sehr ans Herz gewachsen. Ich liebe die Abwechslung im Schreiben. Nach einem ernsten und schweren Buch einfach wieder etwas Leichtes (Liebe) oder etwas Witziges und Gemeines (Krimis) schreiben, das ist perfekt für mich.

Mein absolutes Herzensbuch ist »Emilia und das Flüstern von Liebe«, aber auch »Frostgras« (vergriffen) und »Duft der Stille« – und außerdem »Phantanimal: Die Suche nach dem Magischen Buch«.

 

  1. Neben dem Schreiben unterrichtest du noch Deutsch als Zweitsprache und managst eine fünfköpfige Familie. Wie schaffst du es da, den Überblick zu behalten. Ist das nicht manchmal sehr schwer?

Ja, immer. Andererseits arbeite und lebe ich das, was mich ausmacht und mit Leidenschaft erfüllt. Das ist ein Luxus, für den ich sehr dankbar bin. Ich wünschte mir nur einen Hauself, der mir manches abnehmen würde. 😉

 

  1. Du schreibst unter den Namen Angelika Lauriel und Laura Albers. Was würdest du sagen, wofür stehen die Autorinnennamen jeweils?

Angelika Lauriel ist meine Autorinnenidentität und steht für alle Genres, die ich bediene.

Laura Albers schreibt ausschließlich »klassische Liebe«, bisher immer zwischen zwei Nationen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Laura Albers weiterhin schreiben wird, oder ob ich in Zukunft die Liebesromane auch unter Angelika Lauriel veröffentlichen werde. Das Pseudonym war nicht ganz meine eigene Entscheidung, aber ich habe mich auch nicht dagegen gewehrt. Der Grund für einen neuen Autorinnennamen war, für die »klassische Liebe« einen eigenen Namen zu nehmen und sie gegen die anderen Bücher abzusetzen. Andererseits enthalten meine Jugendromane ebenfalls wunderschöne Liebesgeschichten, und »Emilia« ist auch ein Liebesroman, wenn auch wieder ganz anders als die Laura-Albers-Bücher.

 

  1. Schreibe eine Geschichte in nur sechs Wörtern.

»Erledigt.« Die Witwe säuberte das Messer.

  1. Welchen Klappentext hätte bei dir ein Buch mit dem Titel “Riffe“?
    (Danke an den Buchtitelgenerator für diesen Titel)

Niemals hätte Sarah gedacht, dass sie zu so etwas fähig ist, aber als sie von dem Menschen, den sie am meisten liebt, im Stich gelassen wird, erkennt sie in den Riffen ihrer Heimat die Lösung. Nach dem ersten Mord wird es ganz leicht, und bald ist niemand mehr, der Sarah falsch behandelt, seines Lebens sicher. Als ermittelnde Kommissarin ist sie vermeintlich selbst dem Serienkiller dicht auf der Spur.

  1. Nenne einen Punkt von deiner “Bucket List”, den du noch nicht abhaken konntest. 

Meine Bücher selbst als Hörbücher einlesen.

 

  1. An welchen fiktiven Ort würdest du gern reisen und welchen Gegenstand oder welche Person nimmst du von zuhause mit?

Ich würde gern ins Auenland reisen und ein dickes Notizbuch mitnehmen.

 

  1. Woran arbeitest du gerade und worauf dürfen sich deine Fans und solche, die es werden wollen, in nächster Zeit von dir freuen?

Mein nächstes Buch ist ein Krimi mit der bereits aus drei Romanen bekannten Protagonistin Lucy Schober. Er liegt derzeit im Lektorat und soll Ende Februar 2020 herauskommen. Ich freue mich sehr auf »Tote Männer essen kein Gelato«.

Und darum geht es:

Mordermittlungen im Traumurlaub?

Lucy Schober, seit zwei Jahren Zwillingsmama, ist glücklich in ihrem Leben mit Kriminaloberkommissar Frank Kraus. Nur ihre beste Freundin Leonie fehlt ihr, denn die lebt in einem Zeugenschutzprogramm. Eines Tages erreicht Lucy ein Hilferuf, der nur von Leonie kommen kann, und nichts hält sie mehr. Kurzerhand reist sie ins schöne Kampanien, wo sie ihre Freundin vermutet. Dort findet sie tatsächlich eine untröstliche Leonie vor, deren Freunde in einen Mordfall verwickelt sind. Alle Spuren deuten auf das organisierte Verbrechen hin. Kann Frank, der erst ein paar Tage später nachreist, Lucy von ihren Ermittlungen abhalten, oder bringt seine Lebensgefährtin sich wieder in Gefahr?

Ein Saar-Italo-Krimi made im Saarland.