Lesetipp: Das Traumbuch (Nina George)

Lesetipp: Das Traumbuch (Nina George)

August 12, 2019 0 Von DorokatH

Kriegsreporter Henri rettet ein kleines Mädchen vor dem Ertrinken, erleidet infolgedessen aber einen schweren Unfall und liegt nun im künstlichen Koma auf der Intensivstation. 
Zu seinem Vormund in diesen Angelegenheiten hat er ausgerechnet seine verflossene Liebe, die Verlegerin Eddie bestimmt. Ist sie bereit, die Verantwortung anzunehmen, für ihre ehemals große Liebe da zu sein und schwere Entscheidungen zu treffen? Und dann ist da noch Henris Sohn Sam, der den Vater endlich kennenlernen wollte und nun nicht mehr die Gelegenheit dazu erhält. Am Krankenbett lernen sich die beiden kennen und es entwickelt sich eine vorsichtige Freundschaft. 
Derweil erlebt Henri sein eigenes Abenteuer in einer Welt der unendlichen Möglichkeiten und kämpft darum, den richtigen Weg zu finden, der ihn zurückbringt.

Diesen Roman von Nina George werde ich im Herbst mit dem Literaturkreis der vhs Werne lesen und bin schon sehr gespannt, was die TeilnehmerInnen dazu sagen werden. Grundsätzlich geht es um die Entscheidungen, die wir im Leben treffen und darum, wie sehr einzelne Augenblicke und Momente den weiteren Verlauf unseres Lebens beeinflussen können. Selten machen wir uns in einem Augenblick klar, wie weitreichend die Folgen einer einzelnen Entscheidung sein können. Jeden Tag befinden wir uns unzählige Male an Weggabelungen und sind uns dessen selten wirklich bewusst. Wie wäre unser Leben verlaufen, wenn wir uns hier oder da anders entschieden hätten? Gibt es ein “richtig” und “falsch” dabei? Geht es im Leben darum, den “richtigen” Weg zu finden? Diese Gedankenspiele greift Nina George in ihrem Roman exemplarisch an Henri, Sam, Eddie und Sams Mutter auf. Es geht um Liebe, um Tod, um Entscheidungen und Möglichkeiten, das Potenzial, das in uns liegt, um Reue und Versöhnung, um Mut und Schuld, darum, wie man mit der eigenen Vergangenheit umgeht und wie sie einen prägt. Besonders gut gefällt mir der Schreibstil von Nina George, ihre Fähigkeit mit Worten Bilder entstehen zu lassen. Toll fand ich hier auch die vielen Fragen, die das Buch aufwirft und über die man noch lange nachdenkt, auch wenn die Geschichte längst auserzählt ist. Sehr lesenswert und gut gemacht.